4. Etappe


von Cheb (CZ) nach Grafenwiesen (D)
169,7km
18.04.2026 - 24.04.2026


Die Planung und was alles schief gehen kann...

Routenplanung  

Ich plane meine Routen mit Komoot. Hierbei achte ich darauf, auf den ausgewiesenen Wanderwegen zu bleiben. Alle andere Angaben können Überraschungen parat halten, welchen man auf eh schon langen Tagestouren nicht haben möchte.


Ich schaue also bei Komoot wie weit ich an dem jeweiligen Tag gehen möchte und prüfe dann parallel bei Booking, ob Hotels in der Nähe verfügbar sind. Wenn ja, buche ich, mit kostenloser Stornierungsmöglichkeit, falls sich kurzfristig etwas ändert.


Für die Planungsübersicht notiere ich alles in einer Tabelle auf OneNote. Hier kann man auch wunderbar Links und Dateien abspeichern. Und da ich darauf auch auf meinem Handy Zugriff habe, habe ich alles an einem Ort. Das finde ich sehr praktisch.



Übernachtung

Meine Übernachtungen buche ich aktuell über Booking.com. Vor allem aus Bequemlichkeit, damit ich alles an einem Ort habe. Und dieses Jahr ist etwas passiert, bei dem man eigentlich denkt: „So etwas passiert mir nie.“ Ich bin auf eine Betrugsmasche hereingefallen.


Ja, ich! Unglaublich, oder?


Ich bin doch erwachsen und bei voller geistiger Reife. Und trotzdem haben sie mich erwischt, mit der klassischen Methode: 

Vertrauen aufbauen, Daten abfragen, Druck erzeugen.


Ich habe eine WhatsApp-Nachricht von einem meiner gebuchten Hotels bekommen: mit meinem vollen Namen, meiner Handynummer und dem richtigen Reisedatum. Ich wollte eigentlich gerade Sport machen, als die Nachricht kam. Da ich solche Check-in-Assistenten von tschechischen Hotels kannte, habe ich mir erstmal nichts Böses dabei gedacht. Ich sollte über einen Link meine Daten bestätigen und zur Sicherheit meine Kreditkarte hinterlegen, sonst könne meine Buchung eventuell storniert werden. Und ja… genau da hätten meine Alarmglocken klingeln müssen. Haben sie aber nicht.


Da die Hotelsuche auf der Route dieses Jahr ohnehin schwierig war, wollte ich kein Risiko eingehen und keine neue Unterkunft suchen müssen. Also habe ich meine Daten eingegeben. Bei der Kreditkarte kam dann eine Fehlermeldung, mein Glück in dem Moment. Ich habe geantwortet und das Problem geschildert. Es folgte erneut Druck und Aufforderung zur Eingabe. Am Ende habe ich genervt geschrieben, dass es bisher nie Probleme gab und sie bitte eine Lösung finden sollen.


Am nächsten Tag, ich hatte bis dahin noch keinen Verdacht geschöpft, habe ich das gemacht, was ich sonst immer tue: Ich habe mich direkt bei Booking.com eingeloggt und meine Buchung überprüft. Und da stand es, in großen roten Buchstaben: „Wir kontaktieren Sie niemals persönlich, weder per Mail, Telefon noch WhatsApp.“ Autsch. Das hat gesessen.


Kurz im Internet recherchiert habe ich herausgefunden, dass diese Masche wohl häufiger vorkommt. Empfehlung: Karte sperren und Anzeige erstatten. Beides habe ich sofort erledigt. Finanziell ist zum Glück nichts passiert. Trotzdem habe ich meine Karte gesperrt und eine neue bestellt. Der Schreck saß tief und ich hoffe ehrlich, dass mir so etwas nicht noch einmal passiert. 


Und als wäre das nicht genug, schrieb mich am nächsten Tag ein weiteres Hotel über Booking.com an. Es wurde verkauft und steht nicht mehr als Pension zur Verfügung. Interessant dabei: Man kann es weiterhin buchen, nur nicht mehr für eine Nacht, sondern mindestens für zwei. Danke auch. Also wieder umplanen.


Aber dieses Mal war es nicht dramatisch, da es die letzte Übernachtung betraf.


                      „Es gibt keine Probleme, nur Lösungen.“


Ich plane meine Touren eigentlich sehr gern. Das bringt mich in Reisestimmung und lässt mich schon vorher träumen. Dieses Jahr war allerdings vieles anders als erwartet. Ich habe gelernt, dass es sinnvoll ist, eine Woche vor Abreise alle Unterkünfte nochmal aktiv zu kontaktieren, einfach zur Sicherheit. Letztes Jahr wurde mir zum Beispiel erst auf Nachfrage mitgeteilt, dass eine Unterkunft wegen eines Todesfalls nicht verfügbar ist. Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt.


Gesundheit

Da ich beim Wandern schnell Schmerzen in Schultern und Knien bekomme, habe ich dieses Jahr den Fokus bewusst auf meine Gesundheit gelegt. Ich gehe seit Jahresbeginn jedes Wochenende mindestens 20 Kilometer wandern oder laufen. Meine Knie sind dadurch deutlich stabiler geworden. Früher bin ich sogar mit Bandage unterwegs gewesen, heute brauche ich sie zum Glück nicht mehr.


Letztes Jahr hatte ich auf der Fernwanderung große Probleme beim Einschlafen, weil Knie und Hüfte stark gepocht haben. Genau dem wollte ich mich dieses Jahr vor der Etappe widmen. Und ich merke bereits: Das Training zahlt sich aus. Mein Körper gewöhnt sich an die Belastung und lernt sich schnell zu regenerieren. 


Auch meine Schultern habe ich behandeln lassen. Nach dem ersten Osteopathie-Termin hat sich mein ganzer Körper „neu sortiert“ angefühlt. Eine Woche lang hatte ich tatsächlich keine Schulterschmerzen. Allerdings kamen die Verspannungen nach zwei Wochen Büroarbeit wieder zurück. Hier darf ich definitiv noch konsequenter an Haltung und Dehnung arbeiten.


Wie sich die Vorbereitungen auf meine aktuelle Etappe ausgewirkt haben, kannst Du im anschließenden Text nachlesen.



Tag 1
von Cheb (CZ) nach Bad Neualbenreuth (D)
16,2 km
Bergauf 250m
Bergab 160m
Dauer 4h01min


Tour auf Komoot



Der erste Tag der 4. Etappe startet bei angenehmen Temperaturen und leichtem Sonnenschein. Startpunkt war der Endpunkt der letzten Etappe: der Bahnhof in Cheb. Anreise erfolgte dieses Mal allerdings im privaten "Taxi", der Partner meiner Begleitung hat uns gefahren. Vom Bahnhof aus ging es weiter nach Bad Neualbenreuth. Entlang der deutsch-tschechischen Grenze führt uns der Weg nun vom Europäischen Fernwanderweg E3 auf den E6, weiter in Richtung Bayerischer Wald.


Nach etwa 8 km erreichen wir die Burg Kinsberg. Das Schloss Starý Hrozňatov (deutsch: Kinsberg, früher tschechisch: Kinsperk) liegt im tschechischen Hrozňatov, einem heutigen Stadtteil von Cheb im Egerland. Der Ursprung der Anlage war die Burg Kinsberg (auch Altenkinsberg) der Familie von Künsberg. Diese Etappe führt uns durch das Naturschutzgebiet Český Les, das viele besondere Orte für uns bereithält.  Unterhalb der Burg Kinsberg entdecken wir ein kleines, einladendes Restaurant. Perfekt für einen Kaffee und ein Stück Kuchen. So gibt es bereits nach 8 km die erste Pause und genau so darf sich der Start in eine neue Etappe auf meinem Fernwanderweg vZnG anfühlen.



Weiter geht es vorbei am katholischen Wallfahrtsort und Gnadenstätte Maria-Loreto-Kirche (Altkinsberg)auf dem neunundzwanzig Stationen umfassenden Kreuzweg.  Dieser war ein vielbesuchter Wallfahrtsort der Egerländer.



Nach 14 Kilometern erreichen wir den Grenzübergang Bad Neualbenreuth–Mýtina von hier aus sind es nur noch 2 Kilometer bis zu unserer Unterkunft in Bad Neualbenreuth.





Den Tag lassen wir mit einem leckeren Abendessen im Grenzlandturm ausklingen, welcher praktischerweise gleich ums Eck ist. Schulterprobleme hatte ich an diesem ersten Tag keine, und auch die Füße sind blasenfrei geblieben. Ich freue mich sehr, dass sich das ganze Testen und Trainieren ausgezahlt hat.






  • Anfahrt dieses mal mit privatem "Taxi"
  • die ersten Meter raus aus Cheb sind geschafft
  • ab ins Grüne
  • Vechtr 14
  • Schloss Starý Hrozňatov (deutsch: Kinsberg)
  • Mittagspause nach 8km
  • Gasthaus unter der Burg
  • weiter geht´s, der Ausblick ist so schön
  • Wallfahrtskirche Maria-Loreto
  • 25. Station Kreuzweg
  • ab jetzt auf E6
  • schöner Wald
  • nur noch 2km bis zum Ziel
  • Grenzübergang Bad Neualbenreuth–Mýtina
  • Blick auf Bad Neualbenreuth





Tag 2

von  Bad Neualbenreuth (D) nach Bärnau (D)
31,7 km
Bergauf 660m
Bergab 630m
Dauer 7h22min


Tour auf Komoot

 




Der zweite Tag unserer Etappe startete mit einem Regenguss. Auch wenn wir den Starkregen zunächst in unserer Pension abgewartet haben, sind wir auf den ersten zwei Kilometern doch ordentlich nass geworden. Und weil meine Regenbekleidung tatsächlich wasserabweisend ist, lief das Wasser an mir herunter und direkt in die Schuhe. So waren diese bereits nach 30 Minuten komplett durchnässt. 




In solchen Momenten fragt man sich schon kurz, warum man das überhaupt macht. Doch echte Zweifel kommen bei mir ehrlich gesagt nicht auf. Dafür freue ich mich viel zu sehr auf die nächsten Jahre und die kommenden Etappen. Es ist mein „kleines“ Lebensprojekt: von Zittau bis nach Gibraltar zu laufen. Das sind rund 4.000 Kilometer. Eine Strecke, die sich nicht jeder so einfach zutraut. Aber ich will nicht alles auf einmal, ich gehe sie einfach in kleinen Schritten. Etappe für Etappe.


Mit Blick auf das Fichtelgebirge ging es für uns weiter in Richtung Mittelpunkt Europas, den wir über den Sauweg nach etwa 5 Kilometern erreichten. Nach insgesamt 9 Kilometern kamen wir am Muglbach-Wasserfall vorbei, der wirklich schön ist und uns kurz in seinen Bann gezogen hat. Nach fast 20 absolvierten Kilometern kämpften nicht nur wir, sondern auch die Sonne. Wir hatten Glück: Der zweite Regenschauer, der für 12 Uhr angekündigt war, blieb aus. 





Auf diesem Abschnitt befanden wir uns auf einem Zubringer des Goldsteigs und des Nurtsch-Wegs, die hier gemeinsam mit dem Europäischen Fernwanderweg E6 verlaufen. Dank des sich bessernden Wetters konnten wir uns bei Kilometer 23 einen schönen Ausblick vom Aussichtsturm Kostenberg gönnen.


Die letzten 8 Kilometer führten uns erneut durch grüne Wälder, so verging die Zeit wie im Flug. Das Abendessen gab es dieses Mal direkt in unserer Unterkunft, dem Gasthof Zur Post, worüber wir nach fast 32 Kilometern sehr froh waren. Die Tour war insgesamt richtig schön. Die bemoosten Wälder sind ein wahrer Traum und ein besonderes Highlight war heute der Muglbach-Wasserfall. Meinen Füßen geht es nach über 31 Kilometern erstaunlich gut. Und auch die Schultern haben gut mitgemacht, wenn auch nicht ganz schmerzfrei.




  • los geht´s wieder am Grenzlandturm vorbei
  • Start bei Regen
  • Richtung Mittelpunkt Europa
  • auf dem E6
  • der Wald ist so schön hier
  • Mittelpunkt Europas
  • Mittelpunkt Europas
  • guckst Du
  • Mittelpunkt Europas
  • Karte Europa
  • weiter auf dem Sauweg
  • Sauweg
  • Leonstein Grenzstein
  • ehemaliger Kohlenmeiler
  • nasser Wald





Tag 3

von  Bärnau (D) nach Brünst (D)
22 km
Bergauf 490m
Bergab 440m
Dauer 6h13min


Tour auf Komoot



An Tag 3 ging es weiter bei kalten 7 Grad auf dem Europäischen Fernwanderweg E6 / Nurtsch-Weg. Gestartet in Bärnau kamen wir nach wenigen Metern am Geschichtspark Bärnau-Tachov vorbei. Mit rund 30 rekonstruierten Gebäuden aus dem Mittelalter ist er das größte Museum seiner Art im deutschsprachigen Raum. In drei Siedlungsgruppen sind unter anderem ein slawisches Langhaus, eine Turmhügelburg mit dazugehörigen Wohn- und Nebengebäuden sowie eine große Herberge aus dem 9. bis 13. Jahrhundert n. Chr. zu besichtigen. Leider war der Park noch geschlossen, sodass wir ihn nicht erkunden konnten.


Entlang des E6 wurden die Wälder gefühlt immer grüner. Und nichts ahnend genoss ich einfach den Anblick, ohne zu wissen, dass dieser Tag der schönste auf dieser Etappe für mich werden sollte. Wir überquerten den Hafnerbühlbach und liefen anschließend ein Stück parallel zur Waldnaab. Die Wälder wurden immer grüner, und wir ließen uns vom Moos und den kleinen Flüssen, die unseren Weg kreuzten, regelrecht verzaubern. 





Nach 4,5 Kilometern kamen wir an eine Blockhütte. Sie hat einen ganz besonderen Eindruck in mir hinterlassen. So stelle ich mir den Himmel auf Erden vor und vielleicht auch mein Paradies für die Rente. In diesem Moment spürte ich tiefe Dankbarkeit, dass ich solch schöne Momente erleben darf.

Vorbei am Wackelstein und der Petrushütte, die scheinbar von Waldarbeitern als Pausenraum genutzt wurde, erreichten wir nach 11,5 Kilometern den Havran (deutsch: Großer Rabenberg). Mit 894 m n. m. ist er der vierthöchste Gipfel des Oberpfälzer Waldes auf tschechischer Seite. Auf dem Gipfel steht ein ehemaliger Grenzüberwachungs- und Horchposten der tschechischen Streitkräfte, der zu einem Aussichtsturm umgebaut wurde. Über Gittertreppen erreicht man die Aussichtsplattform auf 919 Metern Höhe ü. N. N., hier sollte man schwindelfrei sein, da der gesamte Turm aus Stahlgittern besteht.





Nach einer kurzen Mittagspause am Fuße des Turms ging es weiter vorbei am Brotfelsen zur Burgruine Schellenberg.

Die spätmittelalterliche Adelsburg Schellenberg liegt im Oberpfälzer Wald nahe Georgenberg, unweit des Skilanglaufzentrums Silberhütte. Die Ruine auf 826 Metern ist frei zugänglich und dient heute als Aussichtspunkt. Von einer hölzernen Plattform reicht der Blick über die Ruine Flossenbürg bis hin zum Parkstein. Neben den Überresten der Burg ist vor allem die markante Felsformation, auf der sie steht, besonders beeindruckend.





Zu guter Letzt führte uns der Weg über eine wunderschöne eingezäunte Kuhweide, die zu meinem Bedauern noch keine Kühe beherbergte. Es ging nun zur Alten Mühle Gehenhammer. Hier wird an einem kleinen Model am Fluss gezeigt, wie Hämmer früher mithilfe von Wasserkraft betrieben wurden.


Nach 18 Kilometern erreichten wir das kleine Dörfchen Neudorf. Dort kann man die bekannten Schüsselsteine bestaunen. Diese werden auch Opfersteine oder Teufels- bzw. Hexenschüsseln genannt und sind oft mit Sagen über Blutopfer verbunden. Ihre Entstehung ist jedoch auf natürliche Verwitterung zurückzuführen.






Nach 22 Kilometern erreichten wir schließlich unsere Unterkunft Goldene Zeit und bekamen sogar noch ein kostenloses Zimmer-Upgrade, worüber wir uns sehr gefreut haben. Alles in allem war dieser Tag der ereignisreichste und zugleich schönste Tag dieser Etappe.



  • Marktplatz Bärnau
  • Klapperstorch in Bärnau
  • Geschichtspark Bärnau
  • weiter auf dem Nurtsch-Weg / E6
  • kalter, aber dafür mit leichten Sonnenschein
  • schöne Moos bedeckte Wälder
  • war bestimmt mal ne Sitzgelegenheit
  • so schön hier
  • Überquerung Hafnerbühlbach
  • Hafnerbühlbach
  • Blockhütte im Wald Bärnau: ein Paradies auf Erden
  • Waldarboretum
  • Gedenkstätte für Förster Gunter Mayr
  • Wackelstein
  • Muttergottes-Schrein





Tag 4


von  Brünst (D) nach Železná (CZ)
23 km
Bergauf 210m
Bergab 340m
Dauer 5h26min



Tour auf Komoot






Heute waren die 23 Kilometer gefühlt schnell vorbei, da es, abgesehen von der Knoblauchsuppe zum Mittag, keine großen Highlights gab. Den E6 mussten wir unterkunftsbedingt verlassen und sind stattdessen auf dem weiß-rot-weiß Wanderweg weitergelaufen. Viele Teile der Strecke waren abgeholzt, was nicht besonders schön anzusehen war.


Vorbei am Silberbrunnen ging es über den Grenzübergang Reichenthal (Hranice).






Nach etwa 10 Kilometern erreichten wir einen grenznahen Rastplatz mit Tankstelle, Boutique und Restaurant. Da wir reichlich Zeit für die Tour hatten, gönnten wir uns dort pünktlich zur Mittagspause eine leckere Knoblauchsuppe.


Als wir weiterliefen, riss später die Wolkendecke auf. Das hat unsere Gemüter sofort ein Stück aufgehellt. Weiter ging es durch das Gebiet Český les, das uns nach insgesamt 23 Kilometern zum gleichnamigen Hotel und unserer Unterkunft für diese Nacht führte. Dort haben wir uns erst einmal etwas Wellness im Saunabereich gegönnt, bevor es später zum Abendessen ging. So endete dieser Tag wie er insgesamt war, ruhig.




  • Start in den Tag
  • zurück in den Wald
  • Silberbrunnen
  • Reichenauer Grenzweg
  • am Grenzübergang
  • Grenzübergang Reichenthal
  • ab ins Hochmoor
  • lange Weg
  • Rehlingbach
  • Überqeurung Rehlingbach
  • weiter durchs Hochmoor
  • Grenzübergang bei Rozvadov
  • Restaurant Baileys
  • kurze MIttagspause mit lecker Knoblauchsuppe
  • weiter geht´s





Tag 5


von  Železná (CZ) nach Díly (CZ)
31,5 km
Bergauf 890m
Bergab 800m
Dauer 8h11min


Tour auf Komoot




Heute sind wir bei eisigen -1 Grad gestartet. Den ganzen Tag waren wir auf dem Wanderweg weiß-rot-weiß unterwegs. Bis auf die letzten 10 Kilometer war der Weg sehr gut befestigt. Danach ging es über Schotterpisten und steinige Wege weiter, was meinem Knie leider gar nicht gefallen hat.





Ein besonderes Highlight dieser Tour war die Durchquerung des ehemaligen Sperrgebiets. Hier reiht sich ein untergegangenes Dorf an das andere. Die Dörfer lagen in dem Gebiet, das nach dem Zweiten Weltkrieg zum Sperrgebiet erklärt wurde. Sie wurden geplant niedergerissen, weshalb heute kaum noch Ruinen zu sehen sind. Nur die grünen Ortsschilder erinnern noch an sie. Es fühlt sich seltsam an, durch Orte zu laufen, die es nicht mehr gibt.


Nach 23 Kilometern erreichten wir unser zweites Highlight: die Burgruine Starý Herštejn (Hirschstein). Der Ausblick war dank des perfekten Wetters unglaublich beeindruckend. Der Starý Herštejn ist ein Gipfel des mittleren Oberpfälzer Waldes mit einer Höhe von 878 Metern über NN.





Unsere Unterkunft, das Hotel Sádek, erreichten wir nach insgesamt 31,5 Kilometern im kleinen, netten Örtchen Díly (Neu Possigkau). Hier gab es bei mir zum Abendessen gebackenen Käse mit Tatarsoße. Und weil es mir so gut geschmeckt hat, habe ich mir noch eine zweite Portion betsellt. Danach war ich rund und glücklich :-) 




  • Start bei Sonnenschein
  • und eisigen Temperaturen
  • Wildgehege
  • Rad- und Wanderweg weiß-rot-weiß
  • ehemaliges Dorf Franzelhütte
  • Ples
  • ehemaliges Dorf Rabov
  • Blick auf Zvon
  • schöner Ausblick
  • ehemalige Grenzpolizeikaserne
  • lost place
  • Hangar
  • ehemaliges Dorf Wenzelsdorf
  • Blick auf den Plattenberg
  • ehemaliges Dorf Johanneshütte




Tag 6


von  Díly (CZ) nach Furth im Wald (D)
24,2 km
Bergauf 740m
Bergab 950m
Dauer 6h43min


Tour auf Komoot




Kurz entschlossen haben wir diese Tour etwas umgeplant und den Čerchov hinzugefügt. Was wir gestern nach 31 Kilometern bergab gehen mussten, durften wir heute Morgen wieder bergauf gehen, um zurück auf den Wanderweg weiß-rot-weiß zu gelangen. So ging es direkt mit 14 % Steigung in die Vollen. Unser erstes Highlight des Tages war der Aussichtspunkt Sádecké Skály auf 842 m ü. NN. Eine interessante Felsformation am Wanderweg auf dem Kamm von Haltrava. Es handelt sich um einen natürlichen Aussichtspunkt im Český les.



Weiter ging es auf den Sádek, einen Gipfel auf 854 m ü. NN mit schöner Aussicht nach Tschechien. Auf dem Gipfel befindet sich das Areal des Skiclubs Domažlice.





Anschließend führte uns der Weg durch schöne Wälder in Richtung unseres zweiten und eigentlichen Highlights: den Čerchov (Schwarzkopf). Mit 1.042 m ü. NN ist er der höchste Berg des Oberpfälzer Waldes und der Nordgipfel des Böhmerwaldes. Der Aufstieg hatte es in sich und verlangte uns mit bis zu 17 % Steigung einiges ab. Auf dem Gipfel pfiff uns der kalte böhmische Wind um die Ohren. Der Čerchov wurde von der Wehrmacht und bis Ende des Kalten Krieges als Aufklärungsstation genutzt. 1904 wurde der Aussichtsturm „Kurz-Turm“ errichtet, 1987 folgte ein zweiter, größerer Turm durch die tschechoslowakische Armee. Bei schöbsten Sonnenschein und absoluter Einsamkeit haben wir uns hier erst einmal eine Pause gegönnt.


Nach dem Abstieg ging es weiter auf dem Rad- und Wanderweg. Kurz entschlossen nahmen wir den parallel verlaufenden Grenzweg, da er ruhiger und schöner auf uns wirkte. Und wieder zeigte sich für mich, dass im Leben scheinbar nichts zufällig passiert: Wir trafen drei ältere Damen, die von ihrem Wanderweg (Gibachtrundwanderweg) abgekommen waren. Wir begleiteten sie zurück auf ihre Route und verabschiedeten uns von ihnen am Pfennigfelsen, welchen wir noch kurzerhand als kleinen Abstecher auf unsere Route eingebaut haben.





Über die Skipiste von Voithenberg ging es anschließend bergab zum Schloss und Golfplatz Voithenberg. Dort gibt es ein kleines Wildtiergehege, das sehr irritierend wirkt, wenn direkt daneben der Mensch auf weiter Flur Golf spielt. Der Anblick der eher lethargischen Tiere hat bei mir einen unangenehmen Eindruck hinterlassen.


Unser Ziel, Furth im Wald, erreichten wir nach insgesamt 24 Kilometern. Nach dem Einchecken in unserer Unterkunft Postgarten sind wir zum Abendessen in die Altstadt gelaufen, die direkt ums Eck lag. Die Altstadt von Furth im Wald ist wunderschön und auf jeden Fall einen Besuch wert. Überall begegnet einem der Drache. Kein Wunder, denn die Stadt ist bekannt für den Drachenstich, das älteste Volksschauspiel Deutschlands. Dabei wird symbolisch ein Drache getötet. Seit 2010 beherbergt Furth im Wald außerdem den größten Schreitroboter-Drachen der Welt, der im Guinnessbuch der Rekorde steht und in seiner Drachenhöhle auf dem Further Festplatz lebt.




  • Start bei schönsten Wetter
  • und der Wald begrüßt uns wieder in seinen schönsten Farben
  • Aussicht Sádecké Skály
  • schöner Fels, aber keine Aussicht mehr vorhanden
  • Aufstieg zum Sádek
  • Skipiste
  • Verienshütte
  • Kapelle Chko
  • hübsch hier
  • Geschichte des Naturpark Böhmischen Wald (Český les)
  • Blick auf den Čerchov
  • Aufstieg zum Čerchov mit 17% Steigung
  • Gipfel erreicht
  • einmal Pause
  • Pause für alle




Tag 7


von Furth im Wald (D) nach Grafenwiesen (D)
21,1 km
Bergauf 710m
Bergab 620m
Dauer 6h26min


Tour auf Komoot



Letzter Tag der 4. Etappe meiner Fernwanderung „von Zittau nach Gibraltar“. Wir wurden wieder von der wundervollen Sonne begrüßt, die uns den ganzen Tag begleitet hat. Gestartet sind wir in Furth im Wald. Die Altstadt haben wir nur gestreift, da wir sie uns bereits am Vorabend ausführlich angeschaut hatten. Sie ist auf jeden Fall einen Besuch wert.





Es ging weiter auf dem Europäischen Fernwanderweg E6 und dem Goldsteig. Begleitet von einer herrlichen Aussicht erreichten wir nach 9 Kilometern den Anstieg zum Burgstall. Hier wartete eine Steigung von bis zu 28 % auf uns. Oben angekommen auf 976 m ü. NN wurde ich am Gipfelkreuz mit einem Blick auf den Drachensee belohnt. Ebenfalls auf dem Gipfel befindet sich der Sender Hoher Bogen des Bayerischen Rundfunks, auf dem nordwestlichsten Gipfel des gleichnamigen Höhenzugs.



Nach dem Abstieg habe ich mir ein leckeres Mittagessen in der Einkehr Forstdiensthütte Hohenbogen gegönnt. Bei Sonnenschein ließ ich es mir mit einem Glas Wein und leckeren Leberkäse richtig gut gehen.





Danach ging es weiter entlang des Morgenbergs in Richtung meines Endziels dieser Etappe: dem Bahnhof Watzelsteg. Anschließend ging es noch zur Unterkunft Buchberghof, bevor am nächsten Tag die Heimreise anstand. Es ist ein tolles Gefühl, eine weitere Etappe geschafft zu haben und zu wissen, dass ich meinem Lebensziel wieder ein Stück näher gekommen bin. Dabei habe ich wieder viel über mich selbst gelernt.



  • Start bei schönsten Wetter
  • Kirche Mariä Himmelfahrt
  • Blick zurück
  • jetzt geht es wieder in den Wald
  • so schön hier
  • und die Sonne scheint
  • auf dem Goldsteig
  • Blick zum Burgstall
  • schöne Aussicht
  • Blick auf Burgstall
  • einfach beeindruckend
  • Durchfahrt verboten
  • auf dem Europäischen Fernwanderweg E6
  • da geht´s gleichh rauf
  • los geht´s Aufstieg Burgstall






Mein Fazit dieser Reise:


Im Laufe der 7 Tage haben sich meine Schmerzpunkte immer wieder verschoben. Meine große Angst, dass mir meine Schultern erneut Probleme bereiten, hat sich dieses Mal nicht bewahrheitet. Ein neuer Rucksack mit stärkerem Tragesystem und tägliche Dehnung haben hier ihre Wirkung gezeigt.


Anders verhielt es sich mit meiner Hüfte. Scheinbar habe ich mich beim Abdrücken mit den Wanderstöcken ungünstig bewegt, wodurch ab Tag 3 die rechte Hüfte zu schmerzen begann. Als ich, aufgrund der Kälte am Morgen, ohne Wanderstöcke gestartet bin, habe ich schnell gemerkt, dass die Schmerzen besser wurden. Ich habe die Stöcke dann nur noch für steile Bergauf- und Bergabpassagen genutzt. Am letzten Tag waren die Schmerzen sogar fast vollständig weg. Das Ergebnis davon waren allerdings wieder leichte Knieschmerzen. Die Wanderstöcke hatte ich mir zu Beginn meines Fernwanderweges angeschafft, da damals ein Gehen ohne Kniebandage kaum möglich war. Für mich heißt das: weiter herausfinden, was ich falsch mache, und weiter testen und trainieren.


Zu den Tageskilometern: 30 Kilometer sind machbar, aber ab etwa Kilometer 20 spürt man die Belastung deutlich. Ab Kilometer 25 beginnen dann langsam die Fußsohlen zu schmerzen. Kleiner Vorteil: man bleibt seltener stehen, weil es irgendwann einfach unangenehm wird. Hihi...


Was ich als positive Veränderung wahrgenommen habe, ist meine Regeneration über Nacht. Morgens ging es mir immer gut. Die Füße waren erholt, die Beine ohne Muskelkater und auch die Schultern waren schmerzfrei. Das zeigt mir, dass das Training etwas gebracht hat. Unterstützend habe ich tagsüber Elektrolyte im Wasser gehabt und abends Magnesium genommen.


Mental ging es mir dieses Mal richtig gut. Ich war bei mir, habe keine Probleme mit auf die Wanderung genommen und dadurch auch nichts zum Zerdenken gehabt. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass mich eine Begleitung, auch wenn kaum gesprochen wird, mich davon abhält, ganz in meine eigene Gedankenwelt einzutauchen. Es fühlt sich an, als würde mich die Energie des anderen im Außen halten. Das ist nicht negativ gemeint, sondern einfach eine Beobachtung. Mein Kopf ist ohnehin oft mit Musik beschäftigt, auch wenn ich alleine unterwegs bin. Genau das liebe ich an diesen Touren: Man ist im Hier und Jetzt. Nicht in der Vergangenheit und auch nicht in der Zukunft. Und die Dinge, die man nicht ändern kann, verlieren an Gewicht. Ich genieße diese Ruhe im Kopf sehr.


Auf dieser Etappe hatte ich außerdem das Gefühl, dass mich moosbedeckte Wälder viel stärker in den Bann ziehen als weite Fernblicke. Das Zwitschern der Vögel und das Plätschern der Bäche geben mir unglaublich viel Ruhe und Frieden. Ich bin gespannt, wie meine kleine Seele reagiert, wenn es in die Alpen geht.


In Bezug auf meine Begleitung habe ich festgestellt, dass sich mein Gehtempo grundsätzlich verändert hat. Ursache dafür ist meine innere Einstellung zu dieser Tour. Für meine Begleitung ist es ein Wanderurlaub mit sportlichem Aspekt. Für mich ist es die Erfüllung meines Lebenstraums. Ich weiß genau, dass ich an diesen Orten nie wieder in genau dieser Form vorbeikomme. Diese Gedanken lassen mich ruhiger gehen und alles bewusster genießen. Mein Trainingstempo war ganz anders, weil auch meine Intention eine andere war. Diese Erkenntnis hat mein Herz wirklich erwärmt. Ich habe gemerkt, dass ich mein Lebensziel für die kommenden Jahre gefunden habe.


Und genau so einen „Nordstern“ wünsche ich auch dir: Finde dein Warumin deinem Leben und dein Herz wird ruhig und klar.


Zu meiner Ausrüstung möchte ich noch ein paar Dinge festhalten:

(dies sind meine Erfahrungen, zu meinen Gepfolgenheiten)


  • Max. 0,5 Liter Wasser in der Trinkblase für einfache Tagestouren: mehr trinke ich daraus nicht.
  • Wasser außen am Rucksack gleichmäßig verteilen. Bisher: 0,7 L Flasche + 0,3 L Thermobecher. Das ist ungünstig verteilt und belastet eine Seite stärker. Künftig: zwei mal 0,5 L Flaschen.
  • Wanderstöcke nur bei Bedarf nutzen , sonst entstehen Hüftprobleme. Hier muss ich weiter testen, woran es genau lag. (Nachtrag: Mein Hüftbeuger ist verkürzt und hätte mehr gedehnt werden müssen.)
  • Blasenfreie Füße dank Einlegesohlen, Merinosocken, Vaseline und guter Vorbereitung (Training + Fußpflege mit Hirschtalg).
  • Hirschtalg für die Abendpflege unbedingt beibehalten. Das war mein persönliches „Goody“.
  • Und zu guter Letzt: Die Strecke genießen. Es ist kein Sprint, sondern ein Marathon meines Herzens!












Es ist kein Sprint, sondern ein Marathon des Herzens!

                                           Mandy Faulhaber